Kaffee für Witwen und Waisen

22 Sep 2018 - 15:00

Röthenbach

Kaffee für Witwen und Waisen

(Ausstellungstermin mit Kaffee und Konzert am Nachmittag)
Ausstellung: Rut Kohn (Malerei). Klavier / Akkordeon: Peter Horcher
Gastgeberinnen:  Barbara Kastura und Angelika Hengl
Veranstalterin: Angelika Hengl
Beginn 15.00 Uhr mit Besichtigungsrundgang im Haus

Zum Programm: Nach einer Begrüßung durch die Vereinsvorsitzende Michaela Moritz gibt Dr. Reinhard Knodt eine Einführung in die Winterreise. Bei Kaffee und Kuchen wird Angelika Hengl einige Worte der Künstlerin Rut Kohn vortragen. Im Anschluss wird Barbara Kastura mit Klangminiaturen (Sprache, Gesang) ausgewählte Arbeiten interpretieren. Dies geschieht im Zusammenspiel mit dem Musiker Peter Horcher (Pianist, Akkordeonist, Komponist, Weltmusiker)

 

Rut Kohn zu ihrer Ausstellung im Schnackenhof:

Ich danke Ihnen für die Möglichkeit, meine Arbeiten zu Schubert Winterreise
hier zeigen zu können.

Dass ich angefangen habe, mich damit auseinanderzusetzen, liegt daran, dass mein Sohn, der Musiker ist, mir vor ca. 8 Jahren eine CD mitgebracht hat und meinte, dass mich die Lieder bestimmt inspirieren würden. Er selbst studierte einige Lieder ein und spielte mir „Gute Nacht“, das erste der 24 Lieder, und das letzte „Der Leiermann“ auf dem Klavier vor. Da mir die Musik gefiel, habe ich mir auch die Texte von Wilhelm Müller genauer durchgelesen und Parallelen zu Franz Kafkas „Schloss“ und Jan Amos Comenius „Labyrinth der Welt und Paradies des Herzens“ gefunden, mit denen ich mich auch schon
intensiv beschäftigt habe. So wie in der Winterreise sind die Personen Landvermesser K. und der Wanderer im Labyrinth auf der Suche nach dem Sinn unserer Existenz.

Kafkas Roman Schloss ist unvollendet und für mich ist das auch bei Schubert und Müllers Winterreise so, denn die letzte Frage des Wanderers „Soll ich mit dir gehen?“ bleibt unbeantwortet.

Ich habe mir verschiedene Interpreten angehört, auch Brigitte Fassbaender, die es als Frau gesungen hat und auch instrumentale Versionen, da ich mich von meinen eigenen Gedanken und Gefühlen tragen lassen wollte und mir die Texte manchmal zu mächtig waren.

Die ersten Annäherungen waren Aquarelle, später habe ich auch in meiner Technik Farbstiftzeichnung auf Holz 24 Tafeln zu den 24 Strophen gemalt und letztlich auch Tuschezeichnungen angefertigt.

Zu meinem 80. Geburtstag habe ich mir dann den Wunsch erfüllt, die 24 Blätter als Künstlermappe herauszugeben. Dort sind sowohl die Zeichnungen als auch von mir handgeschrieben die jeweils erste Strophe der 24 Lieder der Winterreise enthalten.