Presse

„… Weiße Stühle stehen im Grünen, vom Wiesenrand klingt das Plätschern
der Pegnitz herüber. Unter den Eichen ist ein Buffet aufgetischt, und in
der romantisch verkommenen Villa nebenan, dem eigentlichen Treffpunkt,
wartet schon geistige Nahrung: große Denker, Buch an Buch, griffbereit für
alle Diskussionsfälle.

„Zuerst sprechen wir natürlich über Epikur“, sagt Reinhard Knodt lächelnd.
Die Lehren des alten Griechen, der Weisheit mit Lebensfreude und Gartenlust
verband, liefern einen idealen Einstieg für die philosophischen Lesekreise,
die Knodt, 45, in seinem Refugium unweit von Nürnberg abhält. Wenn der
Herbst kommt, will der hagere Gentleman mit ein paar Eifrigen noch zum
„Philosophischen Nachsommer“ für eine Woche an den Gardasee ziehen.

„Man verdient nicht wie ein Professor“, gibt Knodt zu. Leben kann der
Schreib-Profi, der als Künstler sozialversichert ist, durch Rundfunkarbeiten. Aber er schätzt die „leichte, spritzige Atmosphäre“ seiner Gesprächskreise, schon weil er dort ab und an sein Lieblingsthema behandeln kann:  „Ästhetisches Denken im technischen Raum“. Schon einiges hat er darüber geschrieben. Es brachte ihn nicht auf einen Uni-Lehrstuhl, sondern auf den Gartenstuhl. Sein Ausstieg hat ihn nie gereut, auch wenn er den Kursteilnehmern – vom Ex-Studenten bis zum mittelschweren Manager – weder Referate aufbrummen noch Noten geben kann. Knodts Seminare bieten schließlich kein Pflichtprogramm, sondern behagliches Freizeitvergnügen, eine Dienstleistung am Geist, wie sie fürs gegenwärtige Dasein des Denkerstands typisch ist: Nach Jahren der Belanglosigkeit ist Philosophie wieder Wachstumsbranche geworden – nur abseits vom geregelten Markt der Universitäten…“  (http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-8940223.html)