WER WIR SIND

Video: Der Schnackenhof

Die Geschichte


Große Stehende (Daphne//Undine) – Lindenholzskulptur Jörg Ammonat

Der „Schnackenhof“ wurde 1995 von Reinhard Knodt mit Studenten der Nürnberger Akademie und Freunden als Philosophiesalon und Denkort in einem Abbruchhaus mit großem Garten am Pegnitzufer der Stadt Roethenbach a.d.Pegnitz (Nähe Nürnberg) begründet. Initiativen im Dreieck, Kunst, Religion und Philosophie schlossen sich an. Mit der Fotojournalistin und Philosophin Michaela Moritz entwickelten sich Philosophiereisen („Philosophie für Kreative“). Mit dem Präsidenten der internationalen Heideggergesellschaft, Harald Seubert entwickelte sich der Gedanke einer Sommer-Akademie. (www.Ostwestakademie.com) Mit Undine Stier und Thorsten Schirmer zogen Elemente der ZEN-Kultur (Meditation, Chan-Malerei, Teezeremonie) ein, und so entfaltete sich im Lauf der Jahre ein kleines Philosophiezentrum mit eigenständigem Charakter, das seinen Namen „Schnackenhof“ von der Strasse herleitet, an der es liegt.

Thorsten Schirmer (Hannover) und Thomas Riedinger (Berlin)Teezeremonie im Schnackenhofgarten

DIE SALONS

  1. Wir halten vier jahreszeitlich gebundene Salons ab. Dazu kommt ein jährliches Kunstgespräch im September und eine Sommerakademie, die im Stil einer Epikureischen Gartengesellschaft abgehalten wird, und in der auch Musik, bildende Kunst und Literatur zu ihrem Recht kommen. Weiterhin tagt allmonatlich ein kleiner Kreis von Spezialisten um Trends der Philosophie und einschlägige Neuerscheinungen zu besprechen. (Das „Philoquium“, vgl. Veranstaltungs-Kalender)
  2. Unsere Inhalte sind durch die Korrespondenz von Philosophie, Kunst und Religion der Weltkulturen gekennzeichnet. Dazu gehört der Austausch mit dem Orient, Indien, China und Japan, aber auch mit Staaten des ehemaligen „Ostblocks“ (Ukraine). Auch gibt es einen Freundeskreis für ZEN – Kultur (Zengärten, Teezeremonie, Meditation..), die den Charakter unserer Treffen mitbestimmen.

DIE FÖRDERER DES SCHNACKENHOFS

Der Schnackenhof wird durch einem Trägerverein unterstützt und ist ohne verschiedene Unterstützerpersönlichkeiten nicht zu denken. Zunächst war es das Haus selber, das durch Richard Hengl 1995 als Spielort zur Verfügung gestellt wurde und das heute Angelika Hengl als förderndes Mitglied des Trägervereins mit privaten Zuschüssen weiter unterstützt. Andere Förderer sind Jürgen Tewes (T-Bau) oder Inge Wolf (Tonwerke Wolfshöhe). Inzwischen ist auch eine Akademie (WWW.OSTWESTAKADEMIE.COM) im Aufbau, die die überregionalen Aktivitäten abbildet und an verschiedenen Orten Ausstellungen und Treffen initiiert. (Nürnberg, Köln, Berlin, Palermo…) Präsident ist der Islamwissenschaftler und Menschenrechtspreisträger Reza Hajatpour (Universität Erlangen). Unter anderem gehören ihr auch der Maler René Böll (Köln), der Diplomat Manfred Osten (Bonn), der marokkanische Schriftsteller und Germanist Fawzi Boubia und weitere Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens an.

Ritsuko Takeyama auf den Philosophietagen 2018 (Schloss Steinhöfel)

DIE SOMMERAKADEMIE

Zur Zeit unserer Sommerakademie verwandelt sich das Gelände des Schnackenhofs über mehrere Tage im August in einen „Garten der Philosophie“, in dem unsere Aktiven, aber auch befreundete Künstler und Wissenschaftler das Thema einer „Philosophie der Kulturen“ bearbeiten und für einige Tage zusammenleben.  Gelegentlich ziehen wir zu diesem Zweck in das Schloss Steinhöfel bei Berlin.

Ashok Gangadean (Haverford College) im Schnackenhof
Barbara Lemke (Zenbogen-Unterrichtung)
Martin Kämpchen (Shantiniketan/Shimla) im Schnackenhof
Sonnwendfeuer

 

UNSERE LEITLINIE:  Ein Leben kann nicht richtig oder falsch, effektiv oder ineffektiv sein, sondern nur „gelungen“ oder „misslungen“. So zeigt sich schon an der Sprache, dass technische und ethische Überlegungen allein nicht ausreichen, um unser Handeln zu leiten. Vollständig wird unsere Orientierung erst durch ästhetische Erfahrungen, also die Erfahrungen der Kunst, die ihrerseits wieder auf Erfahrungen der Liebe, der Sehnsucht und der Harmonie mit der Natur weist. Gemessen daran ist unsere Gesellschaft immer noch reichlich einseitig organisiert.  

Das „Undinenopfer“ – Eine Anzahl des Buches „Undinen“ wird zugunsten des Hauses gekauft und anschließend gleich in den Fluss geworfen.

Ein wichtiger Aspekt des Ästhetischen ist die Erfahrung unserer Umgebung. Überall unterwerfen wir ästhetische Aspekte den Fragen der Bequemlichkeits-Technik oder der Ökonomie. Wir bauen etwa nach ökonomischen Gesichtspunkten und montieren nachträglich „Kunst“ an die Produkte, statt die Bauwerke selber nach ästhetischen Gesichtspunkten aufzuführen oder zu fragen, was „Wohnen“ eigentlich heißt. Opfern wollen wir einer Korrektur dieser fragwürdigen Orientierung wenig. Und so leben wir auf einer Müllhalde überflüssiger Güter ein Leben, in welchem jeder auf der Spur scheinbarer „Selbstverwirklichung“ in Besitz und Eigennutz und Träumen von der wünschbaren Zukunft wandert, statt sinnvolles Dasein im „Jetzt“ und im „Wir“ zu suchen.

Eine neue Konzentration auf  „Aisthesis“ – also ein ehrlicher Umgang damit, was wir wirklich spüren, ersehnen und brauchen – ist an der Zeit. Aus ihr würde sich ergeben: Wir sind kreative, spürende Wesen der Korrespondenz, für die die Probleme nicht schon dadurch gelöst sind, dass alles praktisch und und effektiv zugeht. Die hieraus folgenden Aspekte der Lebensführung (Meditation, Kunst, Formen der Umgebungsgestaltung), sowie eine in die Öffentlichkeit hineinwirkende Tätigkeit (Vorträge, Ausstellungen, Philosophiereisen, Ritualisierungen) ergeben sich aus dieser Ausrichtung.

Gartentafel im Schnackenhof

UNSERE KURSE

 Wir halten ein monatliches „Philoquium“ zu aktuellen Fragen der Philosophie. Wir laden Künstler aller Sparten ein, nicht nur bei uns aufzutreten, sondern auch Kurse zu geben. So wird 2020 der Vorsitzende des fränkischen Schriftstellerverbandes einen Kurs in „Nature Writing“ anbieten und ein ZEN-Mönch eine Einführung in die Meditation. Genausogut gibt es dieses Jahr einen Vortrag zur Gartenkompostbereitung, ein Angebot zum Teeweg und einen Vortragsgast zu Fragen der Ökologie.


Teeschalenausstellung Thomas Riedinger

Wir glauben nicht, dass es nur ein Grundübel gibt, an dem die Welt leidet und von dem her man sie retten kann. Vielmehr gehen wir davon aus, dass wir bei uns anfangen müssen, dass der Gärtner dem Philosophen und der Philosoph dem Musiker und dieser wiederum dem Koch etwas Wichtiges zu sagen hat und dass wir alle zusammen wertvolles Leben gestalten und uns daher nicht nur spezialisieren und separieren dürfen, sondern Korrespondenz und Leidfreiheit suchen müssen. Unser gemeinsames Gestalten von Leben betrachten wir so als die eigentliche Erkenntnis, und die Möglichkeit einer „absoluten Vernunft“ betrachten wir skeptisch, hiesse sie nun Gott oder Konsens. Philosophen wissen, dass sie nicht alles sehen und dass die ihnen scheinbar gegenübertretende „Welt“ zunächst einmal sie selber sind. Der delphische Spruch „Erkenne Dich selbst“ ist unser Ausgangspunkt. Unser Ziel ist nicht Konsens, sondern Korrespondenz, also Gemeinsamkeit auch im Unterschied.

Der blinde Seher (Theresias) Bronze, Gustav Mayer, München

CHARAKTERISIERUNGEN /Presse

Der Schnackenhof ist vielfach charakterisiert worden, als „Institut für spielerischen Ernst“ (Tagespresse), als „Festforschungsverein“ und Treff der letzten Yogis unter den Philosophen. Der SPIEGEL stellte unsere Aktivitäten in einem größeren Artikel als „Dienstleistung am Geist“ dar. (Vgl. Stichpunkt „Presse“ auf dieser Homepage) . Dies betrachten wir alles als zutreffend und sind nicht wählerisch. Das Zusammensein mit Freunden ist uns immer ein Fest. Yogis „üben“ und das tun wir auch. Dass unsere „Dienstleistungen am Geist“ nicht den Geist allein, sondern auch den „Leib“ betreffen, bemerkt jeder, der unsere Seminarwochen bucht.


Dr. Volker Heubel (Teewissenschaftler) im Schnackenhof

Der Schnackenhof liegt an verschiedenen (auch inneren) Wanderwegen und lädt zur Einkehr ein. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen, das Essen und der Wein sind  frei. Retreats, Übernachtungen für spirituelle Wanderer und die Benutzung unserer Bibliothek sind möglich. Spenden werden erwartet. Zuwendungen können von der Steuer abgesetzt werden. 

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Wir danken unseren Förderern

HINWEIS:

Wir nehmen Stipendiaten auf – früher in Zusammenarbeit mit der Nürnberger Akademie der bildenden Künste (Austausch mit Polen), aus dem Fergusson-College (Mumbay, Indien), aus Columbien (bis März 2019) und in Kooperation mit dem Internationalen Haus der Stadt Nürnberg aus Charkiv (Ukraine). Wir unterstützen junge Künstler, Sprach- und Geisteswissenschaftler durch verbilligte Aufenthaltsmöglichkeiten und Integrationshilfen. Das Fest, das Gespräch und das ernsthafte Spiel sind unser Leben.